COVID-19 und das perioperative Risiko

DEUTSCHES ÄRZTEBLATT APRIL 2021 / EMPFEHLUNGEN DGAI/BDA & DGCH/BDC MAI 2021

Ein viele Anästhesistinnen und Anästhesisten bewegendes Thema ist der präoperative Umgang mit frisch geimpften Patienten einerseits, und das perioperative Risiko einer COVID-19-Infektion andererseits.

Um hier für mehr Sicherheit zu sorgen haben DGAI/BDA und DGCH/BDC nun im Mai „Empfehlungen zur Terminierung elektiver operativer Eingriffe nach Covid-19 Infektion oder Impfung“ veröffentlicht.

Sie finden darin Antworten auf die Fragen nach dem Zeitpunkt eines chirurgischen Eingriffes nach Covid-19 Infektion, dem Nutzen der Impfung gegen Covid-19 vor elektiven Eingriffen und zur Frage des Intervalls zwischen Covid-19 Impfung und operativem Eingriff.

Grundsätzlich empfiehlt es sich nach Aussage der Autoren, Patienten vor einem Eingriff zu impfen. Denn wie das Deutsche Ärzteblatt betont, ist die postoperative Sterblichkeit nach einer Infektion in den ersten 6 Wochen um das Vierfache erhöht. Bei den über 70-Jahrigen steigt die Sterblichkeit 30 Tage nach dem Eingriff sogar um das 7- bis 8-fache. Wir sind der Meinung, dass die nur sehr eingeschränkt für ambulante Elektiveingriffe gilt, da das Mortalitätsrisiko hier deutlich geringer ist. Vor einem ambulanten Eingruff zunächst zu impfen erscheint uns derzeit kein gangbarar Weg zu sein.

Als Schutzmaßnahme für das gesamte Team besteht weiterhin eine Pflicht zur präoperativen Testung. Beachten Sie: Wenn sich dabei heraus stellt, dass der Patient infiziert ist, muss die Operation um 6–7 Wochen verschoben werden!

(KH)

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.